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Geschichte


Vereinsgeschichte

(entnommen der Festschrift anlässlich
des 50jährigen Jubiläums von 1961)


I. Turnverein Strohsack


Genau wie "Das Fähnlein der sieben Aufrechten" nicht zerbrach, konnte der Wille, trotz der fehlenden Geräte einen Verein ins Leben zu rufen, unserer sieben Gründungsmitglieder nicht zerbrechen. Die Mecklenheider sind von altersher ein Volk gewesen, das seinen eigenen Gedanken nachging und diese zur Tat werden ließ. Diese sieben Männer meisterten Probleme, von denen hier nur einige wiedergegeben werden können. Zähigkeit und Ausdauer war unter ihnen zum Gesetz geworden. Mit einer neuen Weltanschauung vertraut, den Satzungen der damaligen Deutschen Turnerschaft entsagend, standen sie der kaiserlichen Doktrin, welche die vormilitärische Ausbildung der heranwachsenden Jugend in den Turnvereinen vorsah, ablehnend gegenüber. Wie sehr gab der geschichtliche Ablauf diesen Männern doch Recht. Drei Jahre später entbrannte der 1. Weltkrieg.

Nun aber zum Strohsack. Gehänselt und verspottet - in gemeinsamer Not zusammenhaltend - wurden Turngeräte in unermüdlicher Kleinarbeit gebastelt und aus altem Eisen zusammengefügt. Reck und Barren waren erstellt: — es fehlte nur noch die Matte. Eine lederbezogene Matte kostete in jener Zeit so viel Geld, dass es über die Kräfte dieser Mitglieder hinausging — und so wurde die Idee vom "Strohsack" geboren. Obwohl der Verein offiziell Arbeiter-Turnverein Mecklenheide hieß, wusste der Volksmund um die Wehen seiner Geburt und sprach nur vom "Turnverein Strohsack."

Der Übergang vom "Strohsack" zum Stoppelfeld vor der Gaststatte RühmkorbAuch zu Wilhelms Zeiten wurde der Polizei manches Schnippchen geschlagen. Arbeiter-Turn- und Sportvereine waren nicht hoffähig und durften keine Kinder-und Jugendabteilungen unterhalten. Den Arbeitern des Reichsbahn-Ausbesserungswerkes Leinhausen war es z. B. verboten, einem Verein dieser Richtung anzugehören.
Auch hier bot der "Strohsack" noch gute Tarnungsmöglichkeit. Wenn Turnstunden im Saal bei Rühmkorb angesetzt waren, fanden sie totsicher nicht dort, sondern in Vinnhorst oder in freier Natur statt. Ausweichmöglichkeiten, um sich den Recherchen der Polizei zu entziehen, war im waldreichen Mecklenheide, wo heute große Industriegebiete wachsen, genügend vorhanden. Turnspiele, wie Faustball und Schlagball, brachten im Jahre 1912 ein weiteres Betätigungsfeld. Sogar Fußball wurde in diesem Jahre von Mecklenheide als 1. Turnverein Hannovers eingeführt.

Schauturnen, Rasenspiele, leichtathletische Wettkämpfe, Turnspiele, Stiftungsfeste und Vergnügungen gaben dem Verein ihr Gepräge. Der während des 2. Weltkrieges verstorbene Vater unseres Sportfreundes Fritz Rühmkorb half mit mancher Spende und viel Großmut in der Überlassung seiner Räumlichkeiten im Kampf um die Existenz des kleinen Vereins. Um die Turngenossen Otto Müller, Richard Hahn und Heinrich Pläging scharten sich weitere. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges zählte der Verein etwa 50 Mitglieder. Das Vereinsleben kam im Jahre 1915 ganz zum Erliegen; der Kaiser brauchte Soldaten. Gleichzeitig war mit dem großen Sterben auf den Schlachtfeldern die Ära des Turnvereins "Strohsack" ausgelöscht.

Und doch sollte heute jeder Mecklenheider diesem Beginnen in seinem Herzen ein liebevolles Gedenken bewahren. Etwa so: — wie man sich im Frühling der ersten blühenden Blume erfreut. Alles Schöpferische im Leben ist die Zelle. Sie baut und entwickelt. Das sollte man nicht vergessen und sich zutiefst im Leben seines Ursprungs erinnern.

II. Nach dem I. Weltkrieg

Fußballveteranen. Zu erkennen u. a. H. Pläging, W. Müller, H. Helfers, G. Neuenfeld u. »Männe« MüllerIm Januar 1919, das Jahr voller Krisen und Machtkämpfe innerhalb unseres Volkes, fand die erneute Wiedergeburt unseres Vereins statt. Den minderbemittelten Klassen wurde nun das Recht auf eigene Lebensformen zugestanden. Der Arbeitersport war in seiner Struktur gesellschaftsfähig geworden. Der Sportfreund Otto Müller scharte erneut die Jugend um sich und gab dem Verein neues Leben.

Außerordentliche Probleme, insbesondere die Beschaffung von Übungsplätzen, beschäftigten die Turngenossen in der Nachkriegszeit. Etwa 100 Mitglieder gehörten bald dem Verein an. Der Saal bei Rühmkorb war zu klein geworden und der Turnbetrieb wurde nach Jürgens in Vinnhorst verlegt. Unsere vorübergehenden Sportplätze befanden sich zunächst an der Schulenburger Landstraße und später im Eichgrund in Stöcken. Hier mussten durch gemeinsame Benutzung mit den Stöckener Vereinen viele Unannehmlichkeiten hingenommen werden.

Unseren heutigen Mitgliedern ein dokumentarischer Beweis fleißigen Schaffens.Das Hin- und Hergeschobenwerden fand im Jahre 1925 sein Ende. Der Weitsicht des ehemaligen Oberbürgermeisters Robert Leinert ist es zu danken, dass wir unser Gelände im Tannenkamp bekamen. Harte Arbeit und helfende Hände waren nötig, um aus einem Wald- und Kusselgelände einen sportlichen Übungsplatz zu schaffen. Das Fußballspiel fand mehr und mehr Interesse. Ein alter Personenbus diente als Umkleideraum. Der Sportgenosse Willi Müller nahm, neben seiner Tätigkeit als Kassierer, die Geschicke dieser Abteilung in die Hand. Es war eine gute und glückliche. Die 1. Fußballmannschaft spielte bald in der 1. Bezirksklasse und war weit über den Rahmen der Stadt Hannover hinaus ein gefürchteter Gegner. Eine Herren-und Damenhandballmannschaft wurden ins Leben gerufen. Eine Turnerinnenabteilung gründete sich. Der Personenbus war nicht mehr die ideale Art, um für unsere nun schon vielen aktiven Mitglieder genügend Bewegungsfreiheit zu schaffen. Große Begeisterung und enormer Arbeitswille verhalfen dem Verein zum 20. Stiftungsfest, am 23. August 1931, zu einem neuen Vereinsheim. Die alte Wagenremise und ihre Petroleumlampe hatten ausgedient. Persönliche Opferbereitschaft vieler schon in dieser Schrift erwähnten Mitglieder halfen den Bau vollenden. Der Sportgenosse Fritz Rühmkorb schirrte Pferd und Wagen und fuhr das Baumaterial. Der Sportgenosse Willi Fredriksen betätigte sich schon damals als Baumeister und mauerte die Fundamente. Tatkräftige Hände schufen und erstellten die Holzkonstruktion. Es war wohl überhaupt eine Zeit, die der heutigen eines voraus hatte. Die Arbeit für Ideale, frei von Materialismus, erreichte noch hohen Kurswert.

Mecklenheides tüchtige 1. Fußballmannschaft um das Jahr 1930 u.a. K. Wildführ (Betreuer), Richard Müller, G. Helfers, Heini Müller, R. Tegtmeiert, K. Bahre, H. Helfers (Begleiter), Willi Bähre, August Müller, W. Tegtmeier, eisenharter »Männe« Müller, H. Hillebrecht, K. Scharnhorst.Als 1. Arbeiter-Turn- und Sportverein Hannovers erhielten wir zum 20. Stiftungsfest internationalen Besuch. Wiener Fußballer spielten bei uns vor etwa 3000 Zuschauern. Der Platz war überfüllt. Das Stiftungsfest mit seiner Vielzahl an Veranstaltungen und Feiern füllte das Vereinssäckel. Es wurden Erweiterungsbauten, Anlage von Dusch- und Waschräumen vorgenommen. Allein die finanziellen Mittel waren bald wieder erschöpft. Die Sportgenossen Otto Müller, Willi Müller und Fritz Klug verpfändeten ihren eigenen Hausrat, um den Bau vollenden zu können. Der alte, jetzt noch unter uns weilende und als Original bekannte Hermann Klug, mauerte unermüdlich. Unerschöpflich schien das Reservoir opferbereiter Turngenossen zu sein, und das in einer Zeit, wo von 130 Mitgliedern nur 14 nicht arbeitslos waren und den vollen Monatsbeitrag entrichteten.

Das Schreckensjahr 1933 war angebrochen. Der Sportgenosse Fritz Klug hatte den Vorsitz übernommen. Gespenstisch näherten sich die Schatten der braunen Revolution.

Begleitet von einigen vereinsinteressierten Damen-Handballerinnen unsere 1. Fußballmannschaft auf der Fahrt nach Nienburg. Zu erkennen u. a. Fritz Klug, Heini Körber, H. Döpke, Fritz Rühmkorb, Friedrich Döpke, Willi Bähre, W. Tegtmeier, H. Gieselmann, K. Bahre, Richard Müller, H. Bode, A. SchmidtUnser Fritz Klug

Seine Intelligenz und seine große menschliche Haltung, die dem Verein neue Impulse zuführen sollte, wurde jäh von den neuen Machthabern unterbrochen. Die braunen Horden schalteten alles gleich, und was sich nicht gleichschalten ließ, war das Opfer von Verfolgung, Plünderung oder glattem Mord. Ein schöner Verein, der es wert war, als solcher genannt zu werden, hatte aufgehört zu existieren. Unser Sportplatz wurde besetzt und diente später Zwecken, die mit seiner ursprünglichen Bestimmung nichts mehr gemein hatten. Haussuchungen bei unseren führenden Mitgliedern, zum Teil durch Verrat der frisch gebackenen Märzgefallenen, setzten ein und schufen heillose Not. Sämtliche Vereinssachen, darunter Fahnen, schriftliche Unterlagen und Geräte wurden beschlagnahmt und verbrannt. Der Sportgenosse Fritz Rühmkorb wurde denunziert, weil er auf seinem Heuboden Turngeräte versteckt hatte. Nur knapp entging er der Verfolgung revolverschwingender SA-Männer. Das Feuer fraß, was man ihm vorwarf. Das Element war zum Werkzeug des Hasses geworden. So wurde in Deutschlands dunkelsten Tagen unser Verein, der aus Liebe und Idealismus gebaut war, zerstört und verboten. Aufrechte Männer, furchtlos und ungebrochen, wurden ihrer Überzeugung wegen mißhandelt, gepeinigt und eingesperrt. Dem Sportgenossen Fritz Klug wurde später der Rücktritt ins Leben bewilligt; er durfte für Hitler in Rußland In einem Bewährungsbataillon kämpfen und sterben.

III. Nach 1946

Alte und neue Mecklenheider im Dreß der All-Herrenmannschaft. Einer von drei Pokalsiegen in Liekwegen war wieder fällig. V. links n. rechts stehend K. Schneider, H. Hecker, E. Liebal, H. Nölte H. Waßmann, F. Schneider, W. Maidzik, F. Schomburg; knieend K. H. Paul, H. Seidel, G. BauersfeldDie Militärregierung erlaubte im Januar 1946 auf Kreisebene die sportliche Betätigung. Es war für uns alte Mecklenheider eine Genugtuung, dass wir lange Schlummerndes zu neuem Leben erwecken durften. Unser alter Sportplatz, zwar verwahrlost und verwüstet, musste zwangsläufig auf uns den Reiz des Langentbehrten ausüben. Der Sport ist ohnehin eine Sache, die nicht vom Alter bestimmt wird, sondern sich einzig und allein aus der Einstellung des Geistes und den Impulsen des Herzens ergibt.

Und wieder war es Otto Müller, nun schon zum 3. Male, der uns rief. Die Gründungsversammlung wurde in einer Laube der Kolonie Tannenkamp, wieder unter Petroleumbeleuchtung, von 12 ehemaligen und wiedergewordenen Mecklenheidern besucht. Verhandlungen mit der Stadt ergaben, dass uns der Rat der Stadt Hannover unseren alten, so lieb gewordenen Sportplatz wieder zusprach. Einen Acker fanden wir vor, und was einst ein schönes Klubhaus war, konnte nur als Trümmerhaufen angesprochen werden. Auch hier, in Zeiten größter Not, bewahrheitete es sich wieder, dass der Mensch allen Dingen, soweit es sich um Arbeiten für die Allgemeinheit handelt, freudiger und aufgeschlossener gegenüber steht. Fleißige Hände regten sich und schafften Ordnung. Unser nahgestecktes Ziel war die Wiederaufnahme des Sportbetriebes.

Kreispokalsieger 1956/57Es waren die größten Schwierigkeiten. Alle hoffnungsvollen Sportler, die dem Verein vor 1933 angehörten, waren in alle Winde verweht. Der große Krieg hatte sie behalten oder sie waren mittlerweile langjährige Mitglieder anderer Vereine geworden. Dem Schreiber dieser Zeilen sei gestattet, dass er einmal in eigener Erinnerung kramt und seine Zeit vor 1933 in Mecklenheide mit seiner Mannschaft kurz skizziert. Meine Sportkameraden aus der Knabenmannschaft in den Jahren 1928 bis 1933, wie Karl-Heinz Wellner, Helmut Dreyer oder Emil Bogs, um nur einige zu nennen, spielten längst in anderen Vereinen. Sie hatten als Sportler inzwischen einen Ruf erlangt, der weit über die Grenzen unserer Landeshauptstadt hinausging. Nur mit meinem Sportkameraden Herbert Wille hatte ich noch Kontakt. In gemeinsamer Arbeit mit den Sportkameraden K.-H. Paul, Ferdi Schneider, Herbert Pfortmüller, Christel Fußwinkel und Horst Hartwig gelang es uns, in diesen schwierigen Jahren den Aufstieg in die I. Kreisklasse zu vollbringen. Man schrieb das Jahr 1949.

Gewinner des Wohnungsbaupokals und erneuter Sieger im Kreispokal 1960 (gleiche Mannschaft)Eine starke Handballmannschaft machte dem Namen des Vereins weitere Ehre. Der Turnbetrieb unter unserem ewig jungen Otto Müller nahm erneuten Auftrieb. Kinderturnen und eine sehr gute Damenhandballabteilung legten weiteren Beweis von der Stärke unseres Vereins ab. 300 Mitglieder gehörten inzwischen unserem Verein an. Nach und nach wurden die Folgeerscheinungen des Krieges beseitigt. Aus dem Trümmerhaufen unseres alten Hauses war dank der mehr als großmütigen Unterstützung unseres sehr geschätzten Sportfreundes Heinrich Döpke — wenn wir doch noch mehrere dieser Mitglieder hätten — ein Haus geworden, das dem Vereinsleben Bleibe und Unterkunft bot. Sanitäre Einrichtungen wurden erstellt. Dem Ganzen wurde ein würdiger Rahmen gegeben. Wenn uns auch auf sportlichem Gebiet größere Erfolge bisher versagt blieben, von einigen Ausnahmen abgesehen, dürfen wir doch immerhin feststellen, dass sich unsere gesamte Sportanlage in einem Zustand befindet, wie man ihn sich schöner kaum vorstellen kann. Das ist unser Stolz.


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mt_ignore:VGH-Vertretung Behrens

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